Neuen Trassen für Radschnellwege konterkarieren Umweltziele

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Neuen Trassen für Radschnellwege konterkarieren Umweltziele

Umwelt
Mobilität

Ganz oben auf der Agenda für "Klimaschutz" stehen Radschnellwege. Wenn dafür aber neue überbreite Radwege durch die Flur gebaut werden, konterkariert das die Umweltziele. Denn weiterer Flächenfraß und Zerschneidung der Landschaft sind die Folge. Nur weil anscheinend "schnelles Ankommen" und "fahren durch grüne Landschaft" zusammen erfüllt werden sollen. Wer schnell zum Arbeitsplatz pendeln muss, kann dazu auch an vorhandenen Fahrwegen gekoppelte Radschnellwege nutzen. Dazu muss der Anspruch, durch Feld, Wald und Flur auf eigener Rad-"Autobahn" nicht erfüllt werden.
Richtung Ettlingen kann geprüft werden, ob nicht der vorhandene Radweg verbreitert werden kann. da ist die Herrenalber Straße 2-spurig pro Richtung. Wie die Durlacher Allee könnte da auch Rückgebaut werden. Dazu gibt es noch die parallel verlaufende Rastatter Straße, die auch vom Radverkehr genutzt werden kann. Es stimmt, vorhandene Radwege sind oft überaltert, holprig, mit auf und ab bei Einfahrten unterbruchen. Auch der vorhandene Radweg vom Friedhof Rüppurr parallel zur Bahnlinie nach Ettlingen ist holprig geworden. Dieser gehört saniert, aber in normaler Breite bleiben. Keine 4 Meter.
Beim Brunnenstückweg ist aber eine Verdichtung von Infrastruktur mit ausgebauten Straßen, Brücke und Radschnellweg geplant, die den Zustand der Landschaft verschlechert. Der Radschnellweg an dieser Stelle ist wegen der Herrenalber Straße und vorhandenem Radweg überflüssig.

Comments

Submitted by Guest on Fri, 02/13/2026 - 14:49

Ich halte es für zielführend, die Schnellwege so zu planen, dass sie nicht komplett abseits der zu verbindenden Infrastruktur liegen (Wohnen - Arbeiten - Einkaufen). An dem Ziel, dem Radverkehr eine ordentliche Breite einzuräumen, würde ich dagegen festhalten. Hier sollte der Ausbau für motorisierten Verkehr eher eingeschränkt werden, da hierfür aktuell die größten Flächen verbraucht werden (Beispiel: zweite Rheinbrücke, die ohne Not umgesetzt wird und viele Hektar gutes Agrarland und Wald "begräbt").
Dagegen fällt der Verbrauch für Fahrradinfrastruktur nicht so stark ins Gewicht.
Infrastruktur "zieht den Verkehr an" (es gibt umgekehrt übrigens auch "Verdunstung" bei Verkleinerung), daher ist das ein gewichtiges Steuerungsinstrument.
Ein klareres Bekenntnis zu eigenständiger Infrastruktur für Radverkehr sollte allerdings auch außerhalb der Schnellwege umgesetzt werden, Straßen als Fahrradstraßen auszuweisen und dann motorisierten Verkehr zulassen bringt dagegen keine relevanten Änderungen für Radfahrer (motorisierter Durchfahr-, Park- und Überholzwang besteht auf den Strecken weiterhin, ebenso wie Gefahren durch Dooring etc.).

Submitted by Guest on Fri, 02/13/2026 - 15:56

Dem möchte ich entschieden widersprechen!
Ein Radschnellweg entlang von Hauptverkehrsstraßen widerspricht den Gedanken des RadSCHNELLwegs, wenn man alle paar Meter an einer roten Ampel anhalten muss. Radschnellwege müssen bevorrechtigt sein, ansonsten zählen diese nicht als Radschnellwege und so ganz nebenbei bedeutet dies, dass auch keine Fördergelder fließen.

Des Weiteren ist es auch aus gesundheitlichen Gründen und aus Gründen der Verkehrssicherheit sinnvoll, wichtige Radwege NICHT entlang von Hauptstraßen zu planen.

Apropos Flächenversiegelung bei neuer Verkehrsinfrastruktur: Wie beurteilen Sie eigentlich die Zweite Rheinbrücke und die Ortsumfahrung Hagsfeld?
Die Fläche, die bei den beiden Projekten versiegelt wird, würde für ein flächendeckendes Radschnellwegnetz in sämtliche Vororte reichen.

Der Zweiten Auto-Rheinbrücke widerspreche ich ebenfalls. Wenn ich hier die Radschnellwege fokussiert habe schliesst das ja den Widerspruch zur 2. Rheinbrücke nicht aus. Die Kritik des BUND und anderer ist bekannt, auch die Sinnhaftigkeit für den Verkehr wurde in Frage gestellt.
Bei Radwegen parallel zu Autostraßen wäre gut, wenn die "Bedarfs"-Ampeln auch sofort auf grün springen oder vlt sogar Radfahrer erkennen. Oft muss man sich sogar an einer roten bedarfsampel anmelden, obwohl der Autoverkehr in gleicher Richtung bereits grün hat.

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