Die Volkswohnung - Lösung für die steigenden Mietpreise
Kurzes Gedankenspiel: Nehmen wir an ich habe ein paar Tausend Euro angespart. Nun hole ich mir - mit dem Ersparten als Anzahlung - einen Kredit, womit ich mir eine Mietwohnung kaufe. Jetzt vermiete ich diese Wohnung so, dass ich die Kreditkosten und -zinsen bezahlen kann. Nach einigen Jahren Vermietung ist der Kredit abbezahlt. Aber wem gehört jetzt die Wohnung? Ich habe nur die Anzahlung geleistet, das sind oft nur 30% oder weniger. Meine Mieter*innen sind es, die die Kosten getragen haben. Wieso also darf ICH die Wohnung als MEINEN BESITZ werten, wenn DIE MIETER*INNEN die Wohnung abbezahlt haben?
Private Mietwohnungen sind ungerecht: wer nicht genug Geld hat, hat keine andere Wahl, als zu mieten. Wer genug Geld hat, kann sich sein Eigentum von anderen abbezahlen lassen. Das verdeutlicht auch, wieso Mietpreise so hoch sind: Nicht, weil die Leistung, die man als Mieter*in erhält, so gut ist, sondern weil man als Mieter*in neben der tatsächlichen Kosten (Reparaturen, Renovierungen, Nebenkosten) auch die Kredite abbezahlen muss.
Die Lösung? Mehr Wohnungen in kommunale Hand - sowohl durch Neubau von gunstigen Wohnungen, als auch Akquise von Bestandswohnungen.
Die Volkswohnung in Karlsruhe ist ein guter Anfang, doch sie braucht einen viel größeren Einfluss auf den Wohnungsmarkt. Ich denke, dass wir bis 2040 mindestens 30% der Wohnungen der Stadt in kommunale Hand kriegen können! Für eine soziale, gerechte, bezahlbare Stadt!
Comments
Wissen Sie, wer dann diese…
Wissen Sie, wer dann diese Kosten trägt? Wir alle, finanziert durch Abgaben. Der Staat kann das Geld nicht herzaubern, sondern muss es von den Bürgern einnehmen für seine Vorhaben.
Bravo, Sie haben erklärt,…
Bravo, Sie haben erklärt, was eine Investition ist.
Zahlreiche Städte hatten früher mal üppige Mengen an Wohnungen in städtischem Besitz, haben diese dann aber verkauft, als Geld benötigt wurde.
Ob dies auch so in Karlsruhe geschehen ist, weiß ich nicht.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn Karlsruhe heute auch riesige Immobilienmengen hätte, würde heute auch darüber nachgedacht werden, sie zu privatisieren, um mit den Erlösen den Haushalt zu stabilisieren.
Selbst wenn man das Geld hat…
Selbst wenn man das Geld hat und überhaupt nichts abbezahlen muss, gilt doch: das Geld könnte auch anders investiert werden, statt eine Wohnung zu kaufen und würde auch auf diese andere Weise Ertrag bringen, häufig sogar mehr, dann freilich mit höherem Risiko. Kauft man die Wohnung, steht das Geld für anderes nicht mehr zur Verfügung.
Und das gilt genau so für eine Kommune. Hat sie nicht Geld im Überfluss - was bei Karlsruhe nicht der Fall ist - muss sie sich überlegen: Schwimmbad oder Wohnimmobilien kaufen? Schule sanieren oder Wohnimmobilien kaufen? Kleinkunst fördern oder Wohnimmobilien kaufen?
Ginge nicht auch alles zusammen? Möglicherweise ja, wenn die Wohnimmobilien maximalen Ertrag abwerfen.
Gerade den letzten Teil…
Gerade den letzten Teil finde ich an dem Kommentar besonders wichtig: Das Ziel von Sozialwohnungen ist nicht, möglichst hohe Erträge abzuwerfen, sondern niedrige Mieten zu ermöglichen.
Dies sorgt jedoch dafür, dass es sich für die Stadt finanziell nicht lohnt.
Der Beitrag klammert aus,…
Der Beitrag klammert aus, dass Investitionen mit Risiken verbunden sind. Risikoträger kann und will nicht jeder sein.