Attraktive Innenstadt - lebenswerte Stadtteile
Ich kann gut verstehen, dass eine autofreie Innenstadt attraktiver ist. Eine reine Fußgängerzone im innerstes Core mit viel Grün und Begegnungsflächen für alle Altersgruppen wäre absolut erstrebenswert. Und natürlich muss dann auch Parkfläche am Straßenrand weichen und Durchgangsverkehr jedweder Art eingeschränkt werden. Parkhäuser sind vorhanden. Park & Ride kann ausgebaut werden. In die Innenstadt kommt man in der Regel auch aus allen Richtungen mit ÖPNV. wenn die Innenstadt attraktiv ist, werden auch wieder mehr Menschen kommen. Es braucht dafür aber für die Zukunft attraktive Anziehungspunkte und weniger Steinwüste und höhere Aufenthaltsqualität.
Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann ist, warum alles, was für die Kern Innenstadt erstrebenswert ist, mit blaupause auf die Randbezirke übertragen werden sollte? Die Infrastruktur und die Bedürfnisse sind komplett unterschiedlich -s. Z.B. auch quantitative Erhebung der Stadt zum Sanierungsgebiet grötzingen- da sieht man was den Anwohnern für den Ortskern wichtig ist. Für grötzingen gesprochen - das ist ein reiner Anwohner Stadtteil - warum will man hier copy Paste die Wünsche der Innenstadtbewohner entgegen der Wünsche der Grötzinger Bewohner durchsetzen? Kein Innenstadtbewohner lebt hier oder hält sich hier auf. Dieses dogmatische Durchsetzen führt nur zu Reaktanz und Unverständnis - warum nicht die einzelnen Stadtteile in der Stadtentwicklung ihres Lebensortes mitentscheiden lassen und ihre Unterschiedlichkeit zulassen?
Comments
Ist das denn flächendeckend…
Ist das denn flächendeckend der Fall in den Stadtteilen?
Was meiner Ansicht nach schon jeder Stadtteil haben sollte, ist ein (Neben-)Zentrum, welches dann üblicherweise auch verkehrsreduziert ist.
Tatsächlich überall sollte aber sichere Fortbewegung für alle möglich sein, also auch 10-jährige auf dem Rad und 5-jährige zu Fuß und wenigstens abschnittsweise auch 2-jährife zu Fuß ohne dass ihre Eltern sie permanent weg vom Autoverkehr kontrollieren müssen.
Das alles haben wir bereits…
Das alles haben wir bereits in grötzingen - mag aber in jedem Stadtteil anders sein (wobei 2 jährige halte. Ich für fragwürdig )
Deshalb auch der Wunsch nach differenzierter Betrachtung der Bedürfnisse und Infrastruktur je nach Stadtteil und nicht einfach dogmatischen Übertrag von Dingen die im Stadtteil nicht zielführend sind oder sogar Mittel für wichtigere Dinge wegnehmen würden.
Einen nicht bebauten zentralen Platz im freien zur Begegnung mit Sitzgelegenheiten und Sportangeboten ohne Konsumzwang ist z.B. wichtig
Parkplätze wegnehmen und durch fahrradständer ersetzen im Ortskern war z.B. Geldverschwendung weil dort noch nie ein Fahrrad gestanden hat bisher.
Auch wenn ich den…
Auch wenn ich den Grundgedanken zwar nachvollziehen kann, so muss ich doch entgegnen, dass man schlecht die Stadtteile am Stadtrand komplett aufs Auto ausrichten kann, zwei Kilometer weiter das Auto aber unerwünscht ist.
Ich gehe stark davon aus, dass die meisten Bürger aus den Randstadtteilen auch regelmäßig ins Zentrum fahren.
Ist es wirklich sinnvoll, dass an der Grenze zwischen Grötzingen und Durlach zwei völlig verschiedene Lebensrealitäten aufeinandertreffen sollen?
Und auch in Grötzingen gibt es Kinder, Behinderte oder alte Leute. Wieso sollen die alle wortwörtlich an den Rand gedrängt werden, weil der gesamte Platz dem Auto geopfert werden soll?
Keiner redet davon, alles…
Keiner redet davon, alles auf das Auto auszurichten. Auch in grötzingen wird wann immer es geht Fahrrad gefahren und vor allem vieles zu Fuß erledigt. Und das sehr sicher für alle. Es ist aber gerade in Randlagen für viele wichtig,um nicht innerstädtische Ziele zu erreichen. ÖPNV ist hier nicht zuverlässig genug (S4 und s5 fallen beständig aus und der Zustieg oberaustrasse wurde für die s4 sogar jetzt ganz aufgehoben um die unpünktlichleit dieser Linie insgesamt zu verbessern!) Grötzingen Nord und Süd sind nur mit zusätzlichem Bus erreichbar, in entsprechender geringerer Taktung. Was grundlegend stört, ist die anmaßende Einstellung allen Bürgern dogmatisch etwas aufzuzwingen - obwohl eine komplett andere Infrastruktur und Bedürfnisstruktur hier besteht.Haben sie die Grötzinger zu dem Thema befragt? Das wurde quantitativ mit der Umfrage zum sanierungsgebiet getan - kann man auf der Seite der Stadt Karlsruhe nachlesen. Was der Ort möchte ist also klar. Und wieso sollten Grötzinger anders als andere mit dem Auto in eine Stadt fahren, die dann autofrei wäre? Die Logik verstehe ich nicht.
Wie sollen die von ihnen genannten Randgruppen wie Ältere oder Bewegungseingeschränkte Personen z.B. von grötzingen süd (komplette Hanglage) die 14%ige Steigung rauf und runterkommen, um in die Ortsmitte zu gelangen, Wo Ärzte, Physio, Apotheke, Optiker, Kirche, Begegnungsstätte und die Geschäfte sind? Werden sie dann nicht viel mehr an den Rand gedrängt und von der Teilhabe ausgeschlossen?
„Keiner redet davon, alles…
„Keiner redet davon, alles auf das Auto auszurichten.“
Forderungen wie „keine Parkplätze für Fahrräder opfern“ oder „es braucht mehr Parkplätze“ klingen aber sehr danach.
„S4 und s5 fallen beständig aus“
Nein, tun sie nicht.
Natürlich gibt es hin und wieder einzelne Ausfälle, eine tagesaktuelle Übersicht gibt es immer auf der Seite der AVG. Zwischen Hin und Wieder und beständig gibt es aber auch noch große Unterschiede.
„Grötzingen Nord und Süd sind nur mit zusätzlichem Bus erreichbar, in entsprechender geringerer Taktung.“
Was ein Wunder, wenn alle mit dem Auto fahren.
„Und wieso sollten Grötzinger anders als andere mit dem Auto in eine Stadt fahren, die dann autofrei wäre? Die Logik verstehe ich nicht.“
Sie fordern selber, dass Grötzingen komplett autogerecht gestaltet werden soll, mit der logischen Konsequenz, dass alle anderen Verkehrsmittel darunter leiden. Sie sagen selbst, dass die Busse zum Bahnhof nur relativ selten fahren (weil ja alle mit dem Auto fahren), demnach liegt der Schluss nahe, dass die Grötzinger dann alle Wege mit dem Auto zurücklegen wollen, auch ins Zentrum.
„Wie sollen die von ihnen genannten Randgruppen […] von grötzingen süd (komplette Hanglage) die 14%ige Steigung rauf und runterkommen?“
Sie nehmen an, dass diese Leute alle mit dem Auto fahren können, dem ist aber nicht so. Gerade Ältere oder Behinderte können bereits heute oftmals nicht Auto fahren. Indem man alles aufs Auto ausrichtet, schließt man diese Personen schon jetzt aus.
Das ist Worte verdrehen und…
Das ist Worte verdrehen und hat nichts mit auch andere Meinungen anhören und pragmatische und gemeinschaftliche Lösungen finden zutun. Wenn über die Mehrheit von bürgerwünschen hinweg geschrubbt wird - ohne nach gemeinschaftlichen Lösungen zu suchen- was glauben sie wird passieren?reaktanz, Unverständnis und Unzufriedenheit kommt zuerst. Und Dann bleibt nur die Stimme, die den Bürgern keiner verwehren kann - und das ist die Wahl.
Nein, das ist nicht Worte…
Nein, das ist nicht Worte verdrehen.
Insbesondere ignorieren Sie ständig, dass es auch zahlreiche Alte oder Behinderte gibt, die nicht mehr Auto fahren wollen, nutzen diese Leute aber, um die autogerechte Stadt zu rechtfertigen.
Und was ist eigentlich so…
Und was ist eigentlich so schlimm daran, dass Bürger an der Wahlurne abstimmen?
Dann wird man sehen, ob die Autofahrer tatsächlich die Mehrheit, oder nicht doch eher die lautstarke Minderheit sind.
Die aber auf andere mit Auto…
Die aber auf andere mit Auto angewiesen sind, die wiederum parken müssen.
Zum Thema Minderheit - einfach mal googeln oder die quantitativen Studien zur Mobilitätsethebung und Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe lesen.
80% der KA Haushalte besitzen ein Auto. Dh nicht dass diese immer Auto fahren - aber das ändert nichts am Stellplatz Problem.
52% der KA Bürger befürworten NICHT, das Parkplätze abgebaut werden.
Je weiter man weg von der Innenstadt geht - desto stärker die Ausschläge.
Und auch aus dem Wahlergebnis der letzten Wahl kann man deutlich die Unterschiede lesen je weiter man sich von der Innenstadt entfernt.
Unterschiedlichkeit der Stadtteile sollte sich auch in der Stadtentwicklung zeigen. Blaupause und mobilitätskampf nützt niemanden. Ich wünsche mir ein aufeinander zugehen und gemeinsame Wege finden.
Von den 80 % der Haushalte…
Von den 80 % der Haushalte parkt aber bei weitem nicht jeder auf der Straße, sondern ein großer Teil hat eigene Stellplätze und nutzt diese auch.
Insbesondere weiter außerhalb der Innenstadt gibt es deutlich mehr Garagen als im Zentrum.
„52% der KA Bürger befürworten NICHT, das Parkplätze abgebaut werden.“
Das Problem bei solchen Fragen ist immer, wie sie formuliert sind.
Die Formulierung „Möchten Sie, dass Parkplätze wegfallen“ legt den Fokus darauf, dass etwas nicht mehr da sein soll.
Würde man die Frage hingegen umformulieren, z.B. „Möchten Sie, dass die Straßen deutlich mehr begrünt werden, mehr Bäume gepflanzt werden und mehr Spielmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden“, würde der Fokus auf dem liegen, was neu hinzukommen kann.
Beispielsweise haben Wissenschaftler vor einigen Jahren folgende Befragung gemacht: Sie haben die Leute zuerst gefragt, ob sie direkt vor ihrer Tür einen Parkplatz haben wollen, dies wurde mehrheitlich bejaht.
Anschließend wurden Bilder gezeigt von einer Straße, die komplett von Autos zugeparkt ist, und von einer Straße, die keine Parkplätze aufweist, sondern stattdessen viele Grünflächen hat. Die Leute wurden gefragt, in welcher Straße sie lieber wohnen möchten.
Und obwohl die Leute unmittelbar vorher noch gesagt haben, dass sie gerne einen Parkplatz vor der Haustür haben wollen, wollen die meisten lieber in der begrünten Straße (ohne Parkplätze) leben, als in der, die komplett von parkenden Autos übersät ist.
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