Oststadt verkehrsberuhigen
Die Oststadt ist derzeit in der Durlacher Allee und der Haid-und-Neu-Straße bzw. im späteren Verlauf der Karl-Wilhelm-Straße zwei konstanten Blechlawinen ausgesetzt, die eine enorme Belastung für das Stadtviertel sind.
Die Lärmentwicklung, die diese beiden Straßen verursachen, lassen sich sehr gut in der Lärmkarte ablesen:
https://geoportal.karlsruhe.de/fachplaene/?page=LK-Stra%C3%9Fenverkehr-…
Um dieses Problem zu lösen, schlage ich vor, diese beiden Hauptverkehrsstraßen für den Durchgangsverkehr zu sperren.
Die Straßenbahngleise entlang der Tullastraße vom Alten Schlachthof bis zum Hauptfriedhof sollen die Grenze sein, die Autos nicht überqueren dürfen.
Der Durchgangsverkehr muss dann entweder nördlich über die Theodor-Heuss-Allee oder südlich über die Kriegsstraße fahren, diese Straßen verlaufen beide durch deutlich weniger Wohngebiete.
Durlacher Allee, Tullastraße (westlich der Straßenbahngleise), Haid-und-Neu-Straße und Karl-Wilhelm-Straße sollen dann zu einem riesigen Kreisverkehr werden, sodass auf diesen Straßen nur noch genau eine Fahrspur für Autos zur Verfügung steht.
Vor allem auf der Durlacher Allee kann der dadurch gewonnene Platz für eine Protected Bike Lane sowie eine ausgiebigere Begrünung verwendet werden, sodass der Alleecharakter wieder deutlicher wird.
Auch innerhalb des Mega-Kreisverkehrs soll alles zu Einbahnstraßen werden, Parkplätze sollen entfallen und stattdessen mehr Grünflächen in dem dichtbesiedelten Stadtteil geschaffen werden.
Comments
Das hört sich sehr sinnvoll…
Das hört sich sehr sinnvoll an und würde die Lebensqualität in der Oststadt sicherlich stark erhöhen.
Die ganzen Autos (sowohl fahrend als auch parkend) sind jetzt nicht gerade ein Vorteil für das Stadtbild.
Daher finde ich das hier skizzierte Konzept gut, da es eine starke Verkehrsberuhigung bringt, aber dennoch alle Gebiete auch mit dem Auto erreichbar bleiben.
Es wird immer Leute geben, die aufs Auto angewiesen sind, beispielsweise Lieferdienste, Handwerker, Pflegedienste oder auch Menschen mit einem Behindertenparkausweis.
Ich würde mir wünschen, dass die verbleibenden Parkplätze nahezu exklusiv für diese Gruppen reserviert sind, zusätzlich auch für Besucher mit Parkscheibe.
Aber die restlichen 90 % der Parkplätze dürfen gerne entfallen.
Ich bin gespannt, welche Konzepte die Stadt sich für den nun verfügbaren Platz ausdenken wird.
DA und HuNS wird man für den…
DA und HuNS wird man für den Durchgangsverkehr nicht sperren können. Allerdings gibt es auf beiden überdurchschnittlich viele Autofahrer, die sie für Rennstrecken halten. Freunde aus Caracas hatten Angst die HuNs in Höhe der TechFab zu überqueren. Noch Fragen?
Nun ist auf der HuNs sogar Tempo 30. Hält sich aber keiner dran. Ein Zebrastreifen ("Schienenfahrzeuge haben Vorrang") und ein Blitzer würden ganz ohne Sperrung erheblich verkehrsberuhigend wirken.
Warum wird man die beiden…
Warum wird man die beiden Straßen nicht für den Durchgangsverkehr sperren können?
Mit der Kriegsstraße und der Theodor-Heuss-Allee gibt es nur unweit entfernt parallele Hauptverkehrsstraßen, auf die der Durchgangsverkehr umgeleitet werden kann.
Von Durlach zur Tiefgarage am Schlossplatz leitet das Navi schon jetzt über Ostring und Kriegsstraße anstatt über die Durlacher Allee (beide Routen gleich schnell), von Blankenloch zum Ettlinger Tor ist die Route via Theodor-Heuss-Alle schon jetzt eine Minute schneller als via Haid-und-Neu-Straße.
Blitzer wären nur in der Lage, die Geschwindigkeiten etwas zu reduzieren, sie können nicht für weniger Verkehr sorgen, was das eigentliche Ziel einer Verkehrsberuhigung ist.
Einbahnstraßen verleiten zum…
Einbahnstraßen verleiten zum rasen, insbesondere, wenn der Querschnitt eigentlich groß ist. Das ist bekannt.
Einbahnstraßen verleiten…
Einbahnstraßen verleiten genauso wenig zum Rasen wie normale Straßen.
Es hängt stets von der konkreten Gestaltung der Straße ab (Sichtbarkeit, Spurbreite, Hindernisse, etc.)
Mein Ziel ist es nicht, die Fahrbahnen breiter zu gestalten, sondern die Fahrbahnbreite zu halbieren.
Bislang ist es oft zu beobachten, dass Fahrer auf Zweirichtungsstraßen oft in der Mitte fahren, wenn kein Gegenverkehr kommt, und dadurch eben oft schneller fahren.
Wenn man die Gegenspur nun entfernt, ist die Fahrbahn deutlich schmaler und die Autos fahren langsamer.
In den USA hat man tatsächlich oft Einbahnstraßen eingeführt, damit weniger Konfliktpunkte bestehen und man daher schneller fahren kann, genau dies ist hier aber nicht das Ziel.
Willst Du selbst googeln…
Willst Du selbst googeln oder soll ich Dir die Publikationen suchen?
Die Google-Resultate gehen…
Die Google-Resultate gehen genau in die Richtung, die ich such vermutet habe:
Ja, Einbahnstraßen können zu höheren Geschwindigkeiten führen, jedoch hängt dies primär von der baulichen Gestaltung ab.
Und vor allem: Wenn dort nur…
Und vor allem: Wenn dort nur noch der Verkehr fährt, der sein Start oder Ziel in der Oststadt hat, könnten die Autos auch mit Autobahngeschwindigkeiten fahren und es wäre trotzdem leiser als jetzt.
Aber zur Verhinderung von höheren Geschwindigkeiten gibt es einfache Möglichkeiten: Zebrastreifen, Vorfahrt gewähren, zusätzliche Kurven durch Slalom um Blumenkübel oder Aufpflasterungen. Je nach konkreter Art können Aufpflasterungen so gestaltet sein, dass da kein Autofahrer freiwillig mit mehr als 15 km/h drüberfahren möchte.
Der Verkehr auf den beiden…
Der Verkehr auf den beiden großen und der kleinen Straße, sind ganz unterschiedliche Themen. Die großen sind dafür da, dass viel Verkehr darauf fährt. Reduzieren geht nur durch Reduktion des gesamten Verkehrsaufkommens. Sonst verlegt man den Verkehr nur an andere Stellen, wo er U. U. Noch mehr stört.
Der Verkehr in der Karl-Wilhelm-Straße ist hingegen Nebenwirkung der Schluießung der Schlachthausstraße und somit, wenn man so will, ein Planungsfehler. Die Karl-Wilhelm-Straße war nicht dazu gedacht und ist nicht dafür gemacht das abzuwickeln, was dort täglich passiert. Über Verbesserungen nachzudenken, ist sicherlich sinnvoll und gerechtfertigt.
Die Theodor-Heuss-Straße…
Die Theodor-Heuss-Straße/Adenauerring sowie die Kriegsstraße/Ostring führen durch deutlich weniger Wohngebiete, sodass mehr Verkehr dort jetzt unterm Strich eine Verbesserung ist.
Ich habe Hoffnung, dass das…
Ich habe Hoffnung, dass das Karlsruher Stadtplanungsamt in der Lage ist, Einbahnstraßen so zu gestalten, dass diese nicht wie Autobahnen wahrgenommen werden, weiter oben wurde auch schon geschrieben, welche Möglichkeiten es dafür gibt.
Ich finde diesen Vorschlag gut und bin der Meinung, dass er eine deutliche Verbesserung für die Oststadt darstellt.
Man muss den Straßenraum …
Man muss den Straßenraum (Querschnitt) verengen. Es darf rechts und links nicht viel Platz geben. Das ist das Entscheidende und das lässt sich leider nicht einfach so machen.
Wieso ließe sich da…
Wieso ließe sich da kurzfristig nichts machen?
In Amsterdam werden Straßen oft zunächst temporär umgestaltet, bevor dies endgültig gemacht wird.
Dort werden die Verkleinerungen des Querschnitts beispielsweise durch Blumentöpfe oder mobile Fahrradständer ermöglicht.
Genau das wäre auch in Karlsruhe möglich.
In einem späteren Schnitt wären auch komplette Straßenumgestaltungen möglich.
Die Autos würden durch das…
Die Autos würden durch das Wohnquartier abkürzen, um nicht den Umweg über den "riesigen Kreisverkehr" fahren zu müssen.
Man kann dann versuchen auch diese Durchfahrten zu sperren, aber die Wege werden dadurch ja immer länger.
Das müsste man schon sehr genau durchdenken. Die Gefahr eines negativen Nutzens ist real.
Die Abkürzungen durch die…
Die Abkürzungen durch die Wohnstraßen ließen sich durch Modalfilter sehr einfach unterbinden, ein einfacher Blick auf die Karte zeigt, wo diese Modalfilter installiert werden müssen.
Dass für Autos Umwege anfallen ist genau der Sinn hiervon: Solange das Auto stets das schnellste Verkehrsmittel ist, gibt es für viele keinen Anreiz, nicht mit dem Auto zu fahren.
Eine Verkehrswende wird nicht funktionieren, wenn das Auto weiterhin Prio 1 ist.