Inspiration
Mein Ansatz ist zu fragen, was uns heute gefällt von dem, was da ist und zu fragen, was eine zeitgemäße Entsprechung sein könnte, und das mit Blick auf den Städtebau.
Die Antwort ist ziemlich eindeutig: dort, wo Altbau ist, Jugendstil, Gründerzeit, Fachwerk, da gefällt es uns, das ist attraktiv, da wollen alle hin. Nicht alle, um darin zu wohnen, aber sehr viele, um sich auf den Straßen davor aufzuhalten. Dabei geht es zwar auch, aber nicht nur, um die Bauwerke, sondern auch den (Straßen-)Raum davor und dazwischen.
Dieser hat nämlich ganz oft menschliches Maß, keine gewaltigen Strukturen, keine "Betonwüste", keine autogerechte Stadt, sondern KLEINER, "abgehbar".
Menschliches Maß hat aber auch die Gestaltung der Fassaden. Sie hat Ambition, sie ist inspiriert, sie geht über das Notwendige zur Erreichung des Nützlichen hinaus, sie weist über die biologischen Notwendigkeiten menschlicher Existenz hinaus, sie ist nicht nur effizient, sie ist GRÖSSER, sie verweist auf die geistige Dimension des Menschen, sie ist inspiriert und ambitioniert, sie freut sich auf die Zukunft.
Das aber einfach nur nachzubauen, wäre das Gegenteil. Am menschlichen Maßstab hat sich wenig geändert, aber Inspiration und Freude auf die Zukunft würden heute anders aussehen, auch anders als alles was hier vorgeschlagen wurde, was nicht alles verkehrt ist, was aber alles nicht reicht.