Innenstadt abkühlen
Im Hinblick auf den Klimawandel halte ich es für dringend notwendig, dass wir uns stärker mit der Abkühlung unserer Innenstadt befassen. Die Sommer werden heißer, Hitzetage häufiger – und das wirkt sich direkt auf Gesundheit, Lebensqualität und Aufenthaltsdauer im öffentlichen Raum aus.
Der wirksamste und nachhaltigste Weg zur Kühlung sind Pflanzen, insbesondere große Bäume. Das Projekt „Urburetum“ des ITAS am KIT zeigt, dass das Waldinnenklima im Hardtwald an heißen Tagen bis zu 6 Grad kühler ist als beispielsweise auf dem Marktplatz. Diese Kühlwirkung entsteht durch Beschattung und Verdunstung der Baumkronen. Mit ausreichend großen Bäumen kann ein ähnlicher Effekt auch im Stadtraum erreicht werden.
Ergänzend sollte Fassadenbegrünung deutlich stärker mitgedacht werden. Sie reduziert die Aufheizung von Gebäuden und verbessert das Mikroklima. Gleichzeitig hat das Projekt gezeigt, dass mehr Grün im Umfeld eine klare positive Wirkung auf die psychische Gesundheit der Menschen hat.
Mir ist bewusst, dass Bäume für die Stadt teuer und pflegeintensiv sind. Langfristig sind sie deutlich günstiger als die Folgekosten von Hitze: steigende Krankenhausaufenthalte, zusätzliche Anpassungsmaßnahmen oder hohe Stromkosten durch Klimaanlagen.
Mein Appell: Mehr Bäume in der Stadt – und zwar großkronige, wirksame Bäume, nicht nur kleinbleibende Arten. Wenn wir unsere Stadt zukunftsfähig machen wollen, brauchen wir mehr echtes Grün.